Steuerung der Produktion über Etiketten und Waagen.
Ein Beispiel aus einem Fleischzerlegebetrieb:
Oft stellt sich die Problematik "Wie sorge ich dafür, dass in der Produktion /
Zerlegung gezielt nur die benötigten Waren hergestellt und die richtigen
Zuschnitte durchgeführt werden"?
Ein Weg wäre die klassische Stückliste. Man übergibt den
Produktionsmitarbeitern die Listen der herzustellenden Produkte. Diese sind
dann für das Einhalten der Mengen und Gewichte zuständig. Dazu werden
Strichlisten geführt oder es wird zwischendurch öfters mal im Lager
nachgezählt, wie weit der Auftrag schon erfüllt ist. Das kostet Arbeitszeit.
Zwischenstände, die der Vorarbeiter für die Planung benötigt, werden extra
gezählt.
Erschwert wird die Konzentrationsarbeit der Planeinhaltung durch Lärm,
Feuchtigkeit, verschmutztes Papier, Kälte, Hektik und den normalen
Verletzungsgefahren, die solch ein Arbeitsplatz mit sich bringt.
Viel einfacher ist dieser bewährte Weg der Produktionssteuerung:
Aus den in der EDV gespeicherten Aufträgen werden kurz vor
Produktionsbeginn Etiketten mit Barcode ausgedruckt. Diese werden nach
Arbeitsplätzen bzw. Mitarbeitern sortiert und als Rolle in Etikettenspendern
eingelegt. Bis hier sind alle Arbeiten noch im trockenen Büro, wo auch der
Etikettendrucker steht, von kaufmännischen Mitarbeitern erledigt worden.
Jeder Produktionsmitarbeiter bekommt seinen Etikettenspender für seinen
Arbeitsplatz und hat dort eine Halterung, wo er eingehängt werden kann.
Für jede fertig bestückte E2 Kiste, Karton oder Produkt wird ein Etikett
entnommen und auf die Ware geklebt. Bei E2 Kisten und Kartons bietet sich
für die Entsorgung des fertigen Produktes ein Förderband ideal an.
Hat der Mitarbeiter alle Etiketten (d.h. alle Kunden und Produktionsaufträge)
erledigt, ist sein Job gemacht. Entweder werden übrige Produkte dann
wieder im Kühlhaus eingelagert oder die Arbeit ist beendet.
Keine Überproduktion, keine Unterproduktion, keine Zwischenkontrollen -
keine Arbeitszeit oder Materialverluste.