Produktionssteuerung mit Etikett
Steuerung der Produktion über Etiketten und Waagen.
Ein Beispiel aus einem Fleischzerlegebetrieb:
Oft stellt sich die Problematik "Wie sorge ich dafür, dass in der Produktion / Zerlegung gezielt nur die benötigten Waren hergestellt und die richtigen Zuschnitte durchgeführt werden"?
Ein Weg wäre die klassische Stückliste. Man übergibt den Produktionsmitarbeitern die Listen der herzustellenden Produkte. Diese sind dann für das Einhalten der Mengen und Gewichte zuständig. Dazu werden Strichlisten geführt oder es wird zwischendurch öfters mal im Lager nachgezählt, wie weit der Auftrag schon erfüllt ist. Das kostet Arbeitszeit. Zwischenstände, die der Vorarbeiter für die Planung benötigt, werden extra gezählt.
Erschwert wird die Konzentrationsarbeit der Planeinhaltung durch Lärm, Feuchtigkeit, verschmutztes Papier, Kälte, Hektik und den normalen Verletzungsgefahren, die solch ein Arbeitsplatz mit sich bringt.
Viel einfacher ist dieser bewährte Weg der Produktionssteuerung:
Aus den in der EDV gespeicherten Aufträgen werden kurz vor Produktionsbeginn Etiketten mit Barcode ausgedruckt. Diese werden nach Arbeitsplätzen bzw. Mitarbeitern sortiert und als Rolle in Etikettenspendern eingelegt. Bis hier sind alle Arbeiten noch im trockenen Büro, wo auch der Etikettendrucker steht, von kaufmännischen Mitarbeitern erledigt worden.
Jeder Produktionsmitarbeiter bekommt seinen Etikettenspender für seinen Arbeitsplatz und hat dort eine Halterung, wo er eingehängt werden kann.  Für jede fertig bestückte E2 Kiste, Karton oder Produkt wird ein Etikett entnommen und auf die Ware geklebt. Bei E2 Kisten und Kartons bietet sich für die Entsorgung des fertigen Produktes ein Förderband ideal an.
Hat der Mitarbeiter alle Etiketten (d.h. alle Kunden und Produktionsaufträge) erledigt, ist sein Job gemacht. Entweder werden übrige Produkte dann wieder im Kühlhaus eingelagert oder die Arbeit ist beendet.
Keine Überproduktion, keine Unterproduktion, keine Zwischenkontrollen - keine Arbeitszeit oder Materialverluste.
Warenkennzeichnung
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Warenkennzeichnung ist immer wichtiger, vor allem in Betrieben der Lebensmittelbranche. Gesetzliche Anforderungen zur Kennzeichnung von Produkten, Haltbarkeit, Inhaltsstoffe und Chargen für die Rückverfolgbarkeit nach EU 178/2002 werden immer umfangreicher.
Durch das Produktionssteuerungsetikett werden in einem Arbeitsgang gleich mehrere Bereiche abgedeckt.
Gewichtsdatenerfassung
Die E2 Kiste oder der Karton sind durch den Prozess bereits etikettiert.
Auf dem Etikett befindet sich ein Barcode, der das Produkt über die Artikelnummer und Kundennummer identifiziert.
Bei Förderbandanlagen mit integrierten Waagen, die z.B. über Lichtschranken gesteuert sind, kann auch der Wiegeprozess leicht automatisiert werden.
Die Kiste kommt an der Waage an und wird durch Lichtschranken erkannt. Kurz vor der Waage ist ein Barodescanner installiert, der das aufgeklebte Etikett scannt. Der Barcode wird an die Waage oder den PC weitergegeben. Ist die Kiste ganz auf der Waage (Mitte) angekommen, stoppt diese kurz, um das Gewicht in Ruhe zu ermitteln. Sobald die Wiegung erfolgt ist, wird dieses an den PC weitergeleitet. Dieser koordiniert nun Gewicht zur Artikelnummer und Kundennummer und speichert es in der zentralen Wiegedatenbank ab. Dadurch kann sofort der Lieferschein und später die Rechnung für den Kunden ohne weitere Eingriffe oder manuelle Erfassungsarbeiten erstellt werden.
Eine kleine Änderung im Ablauf mit weitreichendem Rationalisierungspotential!
Gezielte Kundenzuordnung
Im Bereich der Zusammenstellung der Ware zum Kunden bietet das Produktionsetikett eine erhebliche Vereinfachung.
Durch die Kennzeichnung der Ware mit Artikelnummer, Kundennummer und Kundenanschrift ist es am Ausgang des Förderbandes ein leichtes, die Kisten entsprechend den Kunden auf Paletten zusammenzustellen.
Entweder kann ein langes Auslaufband oder eine Art Karussell (wie das Kofferband am Flughafen) dafür verwendet werden.
Der Kreisel hätte zusätzlich den Vorteil, dass die Kiste an der richtigen Position zur Kundenpalette entnommen wird.
Geringere Transportwege = geringere Arbeitskosten und kleinere Mitarbeiterbelastung.